Gerard Mortier wurde 1943 in Gent, Flandern geboren.

Promotion zum Dr. jur. und Lizenziat der Kommunikationswissenschaften an der dortigen Universität.

Lehrjahre als Assistent des Direktors des Flandern Festivals, Wanderjahre mit Christoph von Dohnányi und Rolf Liebermann als Leiter von deren künstlerischen Betriebsbüros von 1973 bis 1980 in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Paris.

In den Jahren von 1981 bis 1991 baut er zusammen mit seinem Partner Sylvain Cambreling die Brüsseler Oper De Munt/La Monnaie zur privilegierten Werkstatt eines neuen Opernverständnisses und -erlebnisses in Europa auf.

1991 wird er zum Intendanten und künstlerischen Leiter der Salzburger Festspiele berufen mit dem Auftrag, den Spielplan zu erneuern und das Publikum zu verjüngen, den er erfolgreich erfüllt.

Auf Einladung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gestaltet er nun die Ruhr-Triennale 2002–2004. Zudem erarbeitet er für seine Geburtsstadt Gent in Belgien das Konzept für den Neubau einer Performance Hall des 21. Jahrhunderts.

Ab der Saison 2004/2005 bis Juli 2009 übernam er die Leitung der Opéra National de Paris.
 

Eine Woche vor dem Zusammentreten des Stiftungsrates zur Neubesetzung der Leitung der Bayreuter Festspiele am 1. September 2008 bewarb er sich gemeinsam mit Nike Wagner. Für den Fall eines Engagements in Bayreuth wollte er außerhalb der sechswöchigen Bayreuther Festspiele auch die New York City Opera leiten, hätte Bayreuth im Falle eines Zeitkonflikts jedoch den Vorrang gegeben. Den Zuschlag zur Leitung erhielten allerdings unerwartet einstimmig Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier. 

Ab 2009 sollte Mortier die Leitung der New York City Opera als General Manager und Artistic Director übernehmen. Aufgrund schwerwiegender finanzieller Einbußen der New York City Opera durch die Finanzkrise ab 2007 sah sich Mortier trotz einer zweijährigen Vorbereitung nicht mehr in der Lage, ein künstlerisch anspruchsvolles Programm anbieten zu können, und nahm von der bevorstehenden Leitung Abstand.

Im Jahre 2010 übernahm er die Nachfolge von Antonio del Moral am Madrider Opernhaus Teatro Real als Künstlerischer Leiter. Angesichts der Wirtschaftskrise in Spanien, die zu drastischen Kürzungen in den öffentlichen Haushalten führte, musste er dort ein Sparprogramm durchsetzen. Im September 2013 wurde er entlassen, jedoch in Folge internationalen Protestes sofort als Künstlerischer Berater desselben Hauses wieder engagiert. 


Mortier starb im Alter von 70 Jahren in Brüssel an Bauchspeicheldrüsenkrebs, welcher im Jahr davor diagnostiziert worden war.

Ehrungen und Mitgliedschaften:
Doktor honoris causa der Universität Antwerpen
Träger der Ehrenzeichen Belgiens (Kommandeur des Kronorden)
Träger der Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland (Großes Bundesverdienskreuz) Commandeur des Arts et des Lettres in Frankreich
Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste (Medal Zasłużony Kulturze Gloria Artis - höchste polnische Kulturpreis für Verdienste um die polnische Kultur
Mitglied der Akademie der Künste Berlin

In 2007  erhebt der König der Belgier, Albert II Gerard Mortier in den belgischen Adelsstand mit dem Titel eines Barons.

Weitere Ehrungen: 

Silberne Mozartmedaille der Internationale Stiftung Mozarteum
Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg

Postume Ehrungen:
Verleihung der spanischen Medalla de Oro al Mérito en las Bellas Artes (Medaille in Gold für Verdienste in den Schönen Künsten) 

Verleihung der Goethe-Medaille 

Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Antwerpen 
Verleihung des ersten Mortier Award